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Jahreskonzert
& Theater 2000 / Südkurier
Sinfonisch-bombastische Blasmusik
Schönwälder Musikverein zog alle Register -
Anspruchsvolle konzertante Blasmusik
Konzertante Blasmusik mit geradezu sinfonisch-bombastischen
Ausmaßen bot der Schönwälder Musikverein. Bis auf den letzten Platz
ausgebucht war die Uhrmacher-Ketterer-Halle am Stephans-Tag und eine große
Anzahl an Stühlen musste nachgestellt werden, um allen Gästen Platz zu bieten.
Unter den Besuchern konnte Vorsitzende Josef Kirner Bürgermeister Hans-Georg
Schmidt, Pfarrer Uwe Vollmer und den Vertreter der Blasmusik, Ludwig Schwer,
willkommen heißen. Mit viel Information führte Rudi
Schätzle durch das Programm
Ein riesiger Apparat ist der Musikverein Kurkapelle Schönwald
und mehr als beachtlich groß ist die Bläserjugend die das. Programm eröffnete.
Mit dem feierlich getragenen „Love can build a bridge“ wurde zum
Weihnachtsfest besinnliche Musik geboten.
Unter Leitung von Stephan
Pfaff hieß es danach „Take it easy“. Das dreiteilige Stück war
bestimmt durch zwei zupackende Ecksätze mit straffem Thema und einem
sorgenfrei-frischen festlichen Mittelteil. Für die qualitätsvolle Wiedergabe
gab es viel Applaus und für den Dirigenten ein „Christkindle“.
Viel vorgenommen hatte sich der Musikverein mit seinem
Programm mit anspruchsvoller und groß angelegter Blasmusik, bereits bewiesen
mit der „Concert Fanfare“ des niederländischen Komponisten Kees Vlak.
Zu den bekannten zeitgenössischen Komponisten zählt Sepp
Tanzer. Mit seinem Werk „Tirol 1809“ setzt er den Befreiungskampf der alpenländischen
Bevölkerung in einer dreisätzigen Suite in Szene. Den Schönwälder
Musikerinnen und Musikern gelang eine eindrucksvolle Interpretation, bei der man
geradezu den Kampf zwischen Franzosen, Bayern und dem Bauernhaufen um Andreas
Hofer musikalisch. nachverfolgen konnte, wobei morgendliche Stimmung,
Landsknechttrommeln und Pfeifen, Choräle, Fanfarenrufe, dahineilende
Kavallerie, Schlachtgetümmel, Marseillaise und Tiroler Marsch ein riesiges
Topgemälde zeichneten.
Ähnlich programmatisch auch „Askania“ von Klaus-Peter
Bruchmann, womit die Burg eines alten Adelsgeschlechtes schmetternde Fanfaren, höfische
Tänze, Minnesang, Reiterspiele, Gaukler und märchenhafte Stimmung verbindet.
Mit einem Spritzer böhmischer Empfindung, einem Tropfen
Jacques Offenbach und einer Portion US-amerikanischer Blasmusik war der Galopp
„Slavia“ des Tschechen Zdenek Lukas gewürzt, der flott in die Pause
geleitete.
Fanfaren gab es auch bei der „Ouverture to a new age“ von
Jan de Haan zu hören, angereichert mit empfindsamer Klarinettensolo-Kadenz,
spritzigem Rhythmus, lyrischem Teil und einem triumphalen Schluss.
Klassiker überdauern die Zeiten und finden auch in modernen
Arrangements Eingang, so die „Sinfonie aus der neuen Welt“ von Antonin
Dvorak. Dizzy Stratford hatte dabei Themen der 9. Sinfonie des tschechischen
Komponisten eng miteinander verflochten.
„Musicalisch“ ging es weiter mit einem Querschnitt aus
„Miss Saigon“, einem Renner auf den internationalen Musikbühnen. Die an
Puccinis „Madame Butterfly“ angelehnte Handlung ist ein modernes Drama, das
sich im Vietnam der 70iger Jahre abspielt hier musikalisch arrangiert durch André
Waignein.
Nach den Musicalmelodien wurde ein traditioneller
Schlusspunkt.mit dem Marsch „Hoch Heidecksburg“ von Richard Herzer geboten.
Eigentlich sollte noch eine Zugabe folgen, doch die Kurkapelle
verweigerte sich ihrem Dirigenten, allerdings im positiven Sinne mit „Happy
Birthday“, um zu seinem zwanzigjährigen Stabhalte-Regiment zu gratulieren.
Dann kam sie schließlich mit „Ice cream“, wobei Edgar
Zeifang als Eisverkäufer mit Bauchladen sich trefflich verkaufte und eine
gelungene Überleitung zu einem Theaterspiel lieferte. Siegfried
Kouba
(Südkurier, 28. Dezember 2000)
Lob vom Blasmusikverband
Auszeichnungen für Jungmusiker und „alte Hasen“
der Schönwälder Kapelle
Schönwald (kou) Zahlreiche Ehrungen gab es beim Konzert des
Musikvereins Kurkapelle Schönwald. Ludwig Schwer vom Blasmusikverband fiel die
Aufgabe zu, sieben junge Musikerinnen und Musiker mit dem
Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze auszuzeichnen.
Schwer freute sich, dass die älteren Musiker die Jungen
begeistern, was deutlich mit der Ausbildung praktiziert werde. Er unterstrich,
dass es angesichts der heutigen Freizeitangebote nicht leicht sei, die Jugend
bei der Stange zu halten.
Doch auch in diesem Jahr waren einige eifrig, um die recht
schwierige Prüfung abzulegen. Daher konnten sie mit „Bronze“ und einer
Urkunde bedacht werden: Ramona Baier, Sarah Duffner, Melanie Hummel, Lena Jäger,
Carolin Spath, Christian Scherer und Mike Scherzinger.
Zehn Jahre sind Daniela Krebs, Herbert Schumacher,
Stephan
Pfaff und Thomas Fiedler aktive
Musiker. Dafür wurden sie mit der bronzenen Vereinsnadel durch Vorsitzenden
Josef Kirner geehrt.
Ein kleines Geschenk gab es auch für
Simone
Dold, die bereits seit 20 Jahren zu der Theatergruppe des Musikvereins gehört
und ein regelrechtes Vorbild für alle Musiker ist.
In seinem 20. Dirigentenjahr befindet sich
Gerhard
Feiertag. Er wurde geradezu mit Lob überhäuft, denn sein Einsatz beschränkt
sich keineswegs auf die Dirigententätigkeit. Andreas
Pfaff, der dem Meister am Pult eine „Goldene Schallplatte“ überreichte,
hielt fest, dass Feiertag 3600 Hauptproben, 3000 Einzelunterrichte und 4500
Stunden Vorbereitungszeit investierte, Grund genug, um den Jubilar hoch leben zu
lassen.
(Südkurier, 29. Dezember 2000)
Deftig und unterha1tend
Musikverein Schönwald präsentiert „Ballaststoffe
und bebende Körper“
Schönwald
(kou) Eine gelungene Posse bot die Theatergruppe des Musikvereins Kurkapelle
Schönwald mit „Zum Teufel mit der Vollwertkost“. Star des Zweiakters war
zweifelsohne Vanessa Tapal als Traugott Kürnle.
Der wohl nicht ganz überzeugte Naturkostonkel Traugott Kürnle
sorgte für einige Verwirrung, hatte er doch als Referent des „Landesverbandes
der Gesundheitsvereine“ am Abend zuvor die Bekanntschaft mit Hausvater Fritz
Birzle (Stephan Pfaff) bei einem
Kneipenbesuch gemacht. Von den Kochkünsten seiner Frau Elsa (Heike
Kaltenbach) ist er nicht überzeugt, schmecken doch saure Gurken süßer als
ihr Weihnachtsgebäck. Selbst einen Korn in flüssiger Form verabscheut der
Geplagte. In seinem Freund Reinhold (Mike Scherzinger) hat er einen wohlwollenden
Aufmunterer, um gegen die
„gesundheitsfanatischen Weiber" zu kämpfen. Vor allem die
Vereinsvorsitzende Elvira Hutzenlaub (Susanne
Kern) ist ein Vorbild mit Yoga und Körnerfresserei, um ins Nirwana, den
Ozean der Seele, einzutauchen und mit dem Körper im Einklang mit der Natur zu
stehen.
Das Blatt wendet sich, als der vermeintlich Referent eintrifft.
Der Freund der Tochter Birzele (Simone Dold/Bernd Bruker) muss in die Rolle des Traugott Kürnle schlüpfen und wird von der
nicht mehr knusprigen Elvira Hutzenlaub bezirzt („Ballaststoffe und bebende Körper“).
Es kommt zum Streit der Vollkostfanatikerinnen, der mit blauen Augen endet und
wieder wird zu „Pommes Fritzes und Schnitzel“ zurückgekehrt.
Der echte Traugott Kürnle sieht die Welt nicht mehr, da er kräftig
durch den Hausherrn abgefüllt wurde und selbst der alkoholgetränkte Goldfisch
musste dran glauben.
Schließlich kommt das Happy End und ein neuer „Verein der
Hausmannskost“ wird gegründet. Die Schönwälder Akteure sorgten wieder für
große Lacherfolge, die mit viel Beifall quittiert wurden. Wieder eine gelungene
Inszenierung durch Elsa Kaltenbach.
(Südkurier, 29. Dezember
2000
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