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Musikparade,
16. September 2000 (Südkurier)
Nicht nur die Musik allein machte den Ton
Musikverein Kurkapelle Schönwald bot drei Stunden lang ein tolles
Programm und bediente dabei fast alle Sinne der Zuhörer
Mit durchschlagendem Erfolg war die „Musikparade“ des Musikvereins
Kurkapelle Schönwald gekrönt. Kein Platz mehr war am Samstag abend in der
Uhrmacher-Ketterer-Halle zu haben.
Da hätte sich manche Fernseh-Revue eine Scheibe abschneiden können, denn
geboten wurde recht qualitative Live-Musik, alles war spontan, lebendig,
unterhaltsam und ansprechend. Vorsitzender Josef Kirner konnte daher wie die Gäste
vollauf zufrieden sein, denn die lange intensive Vorbereitung und Probenarbeit
hatte sich gelohnt, ein Verdienst des Allround-Musikers und Dirigenten Gerhard
Feiertag.
Ein Verdienst aber auch aller Musiker und Musikerinnen, des Jugenddirigenten
Stefan Pfaff, der Männer am Mischpult und im Regieraum und natürlich der
Ansager: Des schon routinierten Rudi Schätzle und der Newcomerin Sandra Krebs.
Pyrotechnische Einlagen, Showeffekte, Stimmung, Gaudi und Tanz sorgten für
einen Abend, der keine Wünsche offen ließ und unter dem Motto stehen konnte
„Musik ist Trumpf“, jenes Einstiegstitels, der auch als Zugabe das Programm
rahmte. Hier schon war der gerundete Klang von Blech-, Holz- und
Rhythmusinstrumenten zu spüren, gesteigert durch Soloeinlagen.
Stimmungsvoll gelang ein Potpourri, das einen musikalisch-ethnischen
Spaziergang durch die Welt von England über Frankreich, Spanien bis hin zu
Russland, Mexiko und Japan machte. Da war auch ein „echter“ Dudelsackpfeifer
dabei und ein „echt deutsches“ Pärchen legte einen kessen Tanz aufs
Parkett.
Mit besonderer Güte wurde „Die Post im Walde“ mit Manfred und Gerhard
Feiertag geboten, wobei Stefan Pfaff den Taktstock übernahm. Mit dem „Grand
Filou“, wurde ein köstlicher Marathon in Sachen Klassik durchgezogen, wobei
ein Musiker durch den Schuss des Dirigenten das Zeitliche segnete, Beethoven mit
seiner „Fünften“ donnerte und Chopin den Trauermarsch lieferte.
Eine besondere Nummer bot der spendable Edgar Zeifang als Eisverkäufer bei
„Ice Cream“ und seine Musikerkollegen an Posaunen, Klarinetten, Trompeten,
Bässen und Schlagzeug sorgten für gekonnten musikalischen Einsatz.
Über 56 „große“ Musiker-Innen und 21 Zöglinge verfügt die Schönwälder
Kurkapelle. Zusammen gaben sie nicht nur einen überwältigenden optischen,
sondern auch einen musikalischen Eindruck mit „Joseph“ von A. L. Webber ab.
Die Jugend war danach gefordert bei „Dance with the Saragossa-Band“,
Erinnerung an eine Formation, die mit „Zabadak“ in den Hitlisten der
70er-Jahre zu finden war. „California Dreaming“ und „Everybody" mit
den „Blues-Brothers" wurden zu Spitzenreitern der Schönwälder, um
Jubelpfiffe und Zugaberufe zu ernten.
Im böhmischen Polka-Rhythmus ging es dann weiter mit den Dorfmusikanten, die
ein „Polka-Feuer“ entfachten, mit dem Ernst-Mosch-Titel „Deine Augen sagen
Ja“ mit Irene und Gerhard Feiertag als Gesangssolisten den richtigen
Publikumsgeschmack trafen und mit der Anna-Polka und „Liebe Freunde“ gut
ankamen.
„Star Wars“ wurden nach der Pause mit poppigem Big-Band-Stil der
Kurkapelle nachempfunden, wobei die einzelnen Register fesselnde Musik boten.
Mit der Baccarole aus Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ wurde nochmals
Show pur geboten mit zwei Flötistinnen im Rokoko-Outfit und zwei Trompetern mit
ihren „Feuerreifen", ein effektvoller Auftritt.
Mit Country-Music und einer Spiritual-Fantasie arbeitete man auf den Höhepunkt
zu: „Sister act“ mit adäquater Kostümierung, wobei sich Dirigent
Feiertag in eine „Schwester Oberin“ verwandelte.
Absoluter Schluss-Gag der kleine „Gigolo“ mit dem charmanten Rosenkavalier
Edgar Zeifang. Der nicht enden wollende Beifall leitete schließlich über zum
gemütlichen Beisammensein und Tanz zu den Klängen von Gerhard und Manfred
Feiertag.
(Südkurier, im September 2000)
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