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Musikparade 2006 / Südkurier

 

Der grandiose Abend des Musikvereins

VON WOLF-WILHELM ADAM

Wie soll man einen Abend beschreiben, an dem der Dirigent seinen Schlagzeuger mit Platzpatronen erschießt, dieser dann mit dem hauseigenen DRK-Schubkarren-Dienst abtransportiert wird, während die Musiker in den Streik treten? Und nicht zu vergessen - bei dem trotz aller Show Musik auf höchstem Niveau gespielt wird. Klar: Da kann es sich nur um die Musikparade des Schönwälder Musikvereins handeln.

Vor 16 Jahren rief Dirigent Gerhard Feiertag diesen "Bunten Abend" ins Leben. Seither ist die Veranstaltung fester Bestandteil des Programms, wenn er auch nur alle zwei bis drei Jahre stattfindet. In diesem Jahr haben die Musiker einen besonderen Anlass: das 25-jährige Dirigentenjubiläum von Gerhard Feiertag. Alle, die Feiertag und seine Mannschaft kennen, wussten, dass dieser Abend etwas ganz Besonderes werden musste. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Uhrmacher-Ketterer-Halle ausverkauft war. Unzählige Menschen wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen - und sie wurden nicht enttäuscht.

Schon von Beginn an war das "Grandiose", wie viele Besucher an diesem Abend den Auftritt des Musikvereins nannten, zugegen. Mit "The Final Countdown" durchbrach das 75-köpfige Orchester die Anspannung und die weiße Papierwand, die sie noch vom Publikum trennte. Mit den "Cartoon Highlights" setzte der Musikverein einen ersten witzigen Akzent, denn einige Musiker kamen als rosaroter Panther, Alice im Wunderland oder ähnliches verkleidet auf die Bühne. Zum Titel "Mein kleiner grüner Kaktus" kamen acht lebende Kakteen auf die Bühne und mussten erst mal gegossen werden, bevor sie zu spielen begannen. Dann gab es den Mordanschlag auf den Schlagzeuger, das Männerballett des Musikvereins trat mit einem Cancan auf und wenig später betrat Verena Kuner mit der Panflöte die Bühne und spielte das Lied vom "Einsamen Hirten". Als weitere Solistin ist Melanie Feiertag zu nennen, die unter anderem mit dem Saxophon begeisterte. Zur Pause streikten dann die Musiker und während Dirigent Gerhard Feiertag noch vor einer leeren Bühne weiter dirigierte, konnten die Leute an der Musikerbar einen Drink nehmen, draußen das "lebende" Orchestrion begutachten oder später den Klängen der böhmisch-mährischen Volksmusik lauschen, die von den Schönwälder Dorfmusikanten intoniert wurde.

Danach ging es mit einem Paukenschlag und der wohl besten Musicaldarbietung des Musikvereins weiter: Starlight Express stand auf dem Programm und die Züge "Rusty" und "Greasball" nahmen Aufstellung in der Halle von Schönwald. Es schien nicht aufhören zu wollen - ein Höhepunkt löste nun den anderen ab. Der "King of Rock'n Roll" schien auferstanden zu sein, denn Edgar Zeifang kam als Elvis auf die Bühne und schmetterte die bekanntesten Lieder des King. Mit dem "Marsch-Konfetti" brachte das Orchester seinen Dirigenten schier zum Wahnsinn, sodass er zu guter Letzt sogar mit dem Sanka in Form einer Schubkarre abtransportiert werden musste. Die Zugabe des Musikvereins hatte es auch nochmals in sich: das A-Team, vielen sicherlich aus dem Fernsehen bekannt, unternahm eine Operation in Schönwald und streifte bis an die Zähne bewaffnet durch die Halle.

Man muss wirklich den Hut vor dieser Meisterleistung des Musikvereins ziehen, denn das Orchester verstand es wieder einmal, alle Gäste bis zur letzten Minute zu fesseln, zu begeistern und sie vor allem zum Lachen zu bringen.

 

 

 
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