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Musikparade 2003 / Südkurier

 

Schönwald (wwa) Es ist schon erstaunlich, was die 68-köpfige Kapelle des Schönwälder Musikvereins auf die Beine stellen kann. Mit der diesjährigen Musikparade, die in der Uhrmacher-Ketterer-Halle stattfand, konnten die Musiker an den Erfolg von vor zwei Jahren anknüpfen, ja vielmehr neue Maßstäbe setzen, die es den kommen den Generationen durchaus schwer machen wird, da noch einen drauf zu setzen. Besser, abwechslungsreicher und vielgestaltiger kann ein solcher Abend eigentlich nicht mehr werden. Schließlich bewahrheitete sich die Ankündigung des Dirigenten Gerhard Feiertag, man wolle mit diesem Abend versuchen, neue Tore der Unterhaltung aufzustoßen und den Besuchern keinen Augenblick ohne Begeisterung gönnen.
Mit dem bekannten Werk von Richard Strauß, "Also sprach Zarathustra", fand das Orchester einen gelungenen Einstieg, mit dem es bereits zu Beginn klassische Töne in moderne Rhythmen verpackt präsentierte. Das Stück "Atlantic Avenue" von James L. Hosay entführte die Gäste dann an die Ostküste der Staaten, wo der schrille Rock der 60er- und 70er-Jahre wieder auflebte. Die musikalische Reise ging weiter und dieses Mal landete man in Schweden bei der nach den Beatles wohl erfolgreichsten Popgruppe, nämlich bei Abba. Der Musikverein wartete mit den größten Erfolgen der Band auf, wobei man auf Hits wie "Dancing Queen", "Mamma Mia" und "The winner takes it all" stieß.
Mit "Chicken Reel" fand sich der Zuhörer dann plötzlich wieder im Wilden Westen, wo beispielsweise Stücke wie das legendäre "Down by the riverside" Bilder längst vergangener Tage in einem aufsteigen ließen. Die eingeschlagene Mixtur schien das Publikum zu begeistern, denn keiner konnte sich dem Sound entziehen und alle zeigten sich sichtlich angetan von den musikalischen Highlights.
Nun konnte sich ein Großteil der Hauptkapelle ein klein wenig zurücklehnen und selbst das Dargebrachte auf sich wirken lassen. Denn kleinere Gruppen gestalteten das folgende Programm. Ein 15-köpfiges Saxophon-Ensemble wartete mit dem Titel "He's got the whole world in his hands" auf und vier Solistinnen am Saxophon, nämlich Melanie Feiertag, Mareike Schmidt, Jennifer Hepting und Katja Dessecker, hinterließen mit dem Stück "This world today is a mess" einen bleibenden Eindruck.
Mit einer der Höhepunkte, wenn man überhaupt aus der Vielzahl der Auftritte nur einen als Höhepunkt herausgreifen kann, war das eigens für diesen Abend engagierte Ensemble der Waldharmoniker. Mit einer frech-fröhlichen Parodie auf die bekannten Werke "Grand Filou", "Capricio" und den türkischen Marsch von Mozart begeisterten sie das Publikum ungemein. Dirigiert wurde das Ensemble von Stephan Pfaff, der sich redlich bemühte, das Beste aus dem Blechbläserensemble heraus zu holen, was ihm aber angesichts der Eigenwilligkeit der Musiker nicht immer gelingen wollte - Eine herrliche Parodie, die sich die Musiker da haben einfallen lassen. Die 20-köpfige Inntalergruppe begeisterte im Anschluss ebenso wie die "Black-Forest-Jazzer", die teilweise mit ziemlich unkonventionellen Instrumenten starke Töne hervorzauberten.
Dass die Musiker des Schönwälder Musikvereins nicht nur auf ihren Instrumenten Erstklassiges zustande bringen, sondern auch stimmlich gesehen es beinahe mit Startenören aufnehmen können, merkte man spätestens nach der Pause, als das "The lion sleeps tonight" angestimmt wurde. Zudem wurde das Publikum aufgefordert, mit in den Gesang einzusteigen und so entstand ein genialer sowie einzigartiger Showact, der sich wunderbar in den gesamten Abend einzupassen schien.
Für alle Freunde der böhmisch-mährischen Blasmusik war der Auftritt der Schwarzwälder Dorfmusikanten eine weitere Bereicherung des Programms. Mit einem stimmlich astreinen Soloauftritt von Edgar Zeifang und dem Stück "Musik ist Trumpf" schloss der Musikverein ein neues Kapitel der Musikparade, das besser nicht hätte sein können, ab.
Besonderes bot das Orchester noch ganz zum Schluss: Denn wer kann schon von sich behaupten, dass ein 68-köpfiges Orchester für ihn zum Tanz aufgespielt hat? Diejenigen, die am Samstagabend das Tanzbein schwangen, konnten es. Denn der Musikverein wartete noch mit einem abwechslungsreichen Tanzprogramm auf.  

 
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