|
Jahreskonzert
& Theater 2011 / Südkurier
Südkurier
, 28.Dezember 2011
Spielfreudige Musiker bieten gewaltige Tonbilder
Absolute
Angurtpflicht bestand am zweiten Weihnachtsfeiertag in der
Uhrmacher-Ketterer-Halle, als das Hauptorchester des
Musikvereins Kurkapelle sein 106. Jahreskonzert eröffnete.
Mit „Flashing Winds“ hatte Dirigent Gerhard Feiertag einen
temperamentvollen Auftakt gewählt.Das Schicksal der Götter
„Fate of Gods“ entführte in die nordische Mythologie.
Absolute
Angurtpflicht bestand am zweiten Weihnachtsfeiertag in der
Uhrmacher-Ketterer-Halle, als das Hauptorchester des
Musikvereins Kurkapelle sein 106. Jahreskonzert eröffnete.
Mit „Flashing Winds“ hatte Dirigent Gerhard Feiertag einen
temperamentvollen Auftakt gewählt.
Das
Schicksal der Götter „Fate of Gods“ entführte in die
nordische Mythologie. Das war schon gewaltig, wie die 58
Musiker den letzten Kampf der Götter intonierten. Unterstützt
wurde das Spektakel von Blasius Willmann, der mit optischen
Effekten die Dramaturgie unterstrich und eine isländische
Weltuntergangsstimmung in die Halle zauberte. Geradezu mit
Erleichterung hörten die Besucher gegen Ende des mächtigen
Epos den Baum des Lebens sprießen.
Moderator
Edgar Zeifang führte die Konzertgäste vorbildlich durch den
Abend und ermöglichte mit seinen Erläuterungen allen, die
musikalischen Gemälde zu verstehen. Gerhard Feiertag und sein
Orchester krönten den spektakulären Einstieg mit einem
Ausflug ins dritte Jahrtausend auf dem mächtigen Raumschiff
„Lord of seven seas“.
„Viel
Spaß am Ende der Welt“, wünschte Edgar Zeifang für den
letzten Kracher vor der Pause. Ohne Werbeunterbrechung präsentierte
die Kurkapelle den Soundtrack zum dritten Teil vom „Fluch
der Karibik“. In ruhigere Gewässer führten die Musiker
nach der Pause mit einer Auswahl von Walt
Disney-Trickfilmklassikern. Und, scheinbar mühelos, erinnerte
Maximilian Kuner mit einem Xylophon-Solo an den Zirkus Renz.
Zwölf
Minuten lang landeten die Konzertbesucher im „Phantom of the
opera“, dem Erfolgsmusical von Andrew Lloyd Webber und zwölf
Minuten lang präsentierten die Musiker ihre vorzüglichen
Qualitäten, die sich zum beeindruckenden Hörerlebnis
zusammen fügten. Mit dem Marsch „Graf Zeppelin“ stimmten
sie dann ganz andere Töne an. Keine Frage, dass die
Konzertbesucher ihre Zugabe forderten. Mit dem
Beatlesklassiker „Hey Jude“ gönnten die Musiker ihrem
Publikum einen Moment zum Genießen, ehe sie mit „Rock
around the clock“ ein letztes Mal richtig los fetzten.
Dirigent
Gerhard Feiertag hat bei seiner Auswahl der Stücke einmal
mehr sein Gespür eindrucksvoll bestätigt. Mit ständigen
Stimmungs- und Tempowechseln, gewaltigen Tonbildern,
getragenen Momenten und unterhaltsamen Melodien hatte er für
die Besucher ein Programm mit höchstem Unterhaltungswert
zusammengestellt und seinen Musikern die Möglichkeit eingeräumt,
auf allen Ebenen ihr Können zu präsentieren. Den Auftakt zum
konzertanten Hörerlebnis bestritt die neu formierte
Jugendkapelle unter der Leitung von Stephan Pfaff.
Vor
einem halben Jahr erlebte der Musikernachwuchs eine
durchgreifende Umstrukturierung. Sehr gut aufgelegt präsentierten
sie die „Christmas Swings“ und bewiesen ihre Vielfältigkeit
mit „Knights of Destiny“. Jonas Kern übernahm die
Moderation für die Jugendkapelle und stellte die
Premierenmusiker vor. „Dir kann man gar nicht genug
danken“, erklärte der Vorsitzende, Bernd Hettich.
Seit
30 Jahren leitet Gerhard Feiertag die Kurkapelle und hat tiefe
Spuren seines Wirkens hinterlassen. Er habe, so Bernd Hettich,
jede Woche und jeden Monat seine ganze Kraft und Energie in
die Entwicklung des Musikvereins gesteckt und den Besuchern
der Jahres- und Kirchenkonzerte, sowie der Musikparaden
Stunden der Freude bereitet. „Das kann man gar nicht hoch
genug anrechnen“, unterstrich er den Stellenwert des
Dirigentenjubiläums.
„Es
ist eben wie in einer Ehe“, antwortete Gerhard Feiertag
trocken, da sei auch nicht jeder Tag gleich. Für die Musiker
schloss mit dem Jahreskonzert ein Jahr mit enorm viel
Probenaufwand und Höhepunkten. Begeisterten die Musiker vor
einem Vierteljahr ihre Besucher mit einer kreativen und aufwändigen
Musikparade, legten sie mit dem Jahreskonzert noch eine
Schippe drauf. „Wir sind stolz auf euch“, fasste Bernd
Hettich die Leistung, „ihr habt viel Arbeit, Zeit und
Hingabe investiert“. Gleichzeitig appellierte er an die
Konzertbesucher, den Musikverein zu unterstützen, damit sie
weiterhin den gesellschaftlichen Auftrag der Gemeinde erfüllen
könne.
|