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Festbankett zum 175-jährigen Jubiläum, 04.Juni 2010 

 

Schwarzwälder Bote , 07.Juni 2010 von Hans-Jürgen Kommert

Ein Jubiläum mit Glanz und Gloria

Schönwald. Ein ganz hoher Geburtstag steht dem Musikverein Kurkapelle Schönwald in diesem Jahr ins Haus: Volle 175 Jahre ist der Traditionsverein alt – und kein bisschen leise.

Im Gegenteil, denn im Jubiläumsjahr präsentieren sich die rund 70 aktiven Musiker mit einem Frauenanteil von rund 40 Prozent in bester (Spiel-)Laune. Was sie am Wochenende eindrucksvoll beim ersten Teil ihrer Jubiläumsfeiern, dem Festbankett unter Beweis stellten.

Bernd Hettich begrüßte als Vorsitzender zahlreiche Prominenz, darunter den Landtagsabgeordneten Karl Rombach und den Ersten Landesbeamten Joachim Gwinner, aber auch den »immer gern gesehenen Gast Pfarrer Andres Treuer«. Natürlich hatte es sich auch Heinrich Glunz, der Präsident des Blasmusikverbands, nicht nehmen lassen, bei diesem Festakt dabei zu sein. Dazu waren Vertreter befreundeter Vereine, aber auch der komplette Gemeinderat des Kurorts anwesend.

Nach fulminanter Eröffnung durch die Jubiläumskapelle unter der bewährten Leitung von Gerhard Feiertag mit »Ross Roy« « und »Avocados« übernahm Bürgermeister Hans-Georg Schmidt den Platz am Mikro. Er freute sich, dass der Musikverein auch heute noch zahlreiche Auftritte meistere. »Und Gerhard Feiertag wäre in jeder Stadt längst Stadtmusikdirektor. Umso mehr freue ich mich, dass dieser Mann in nunmehr 29 Jahren eine so großartige Kapelle formen konnte und uns so lange ehrenamtlich treu geblieben ist.«

Auch die Ausbilder arbeiteten im Ehrenamt, so der Chef des Hauses. Allen gemeinsam sei es gelungen, einen Musikverein zu bilden, der es bis zu den höchsten Weihen der Blasmusik geschafft habe. Dazu sei aber auch eine ganz besondere Jugendarbeit nötig. Da stimme bei einem Jugendorchester mit derzeit 33 Jungmusikern auch der Unterbau. Fast drei Jahre bereite der Verein nun das Jubiläum vor, und es sollte schon etwas ganz Besonderes werden. Dabei galt der Dank des Schultes auch den Grundstückseigentümern, die nicht einmal gezuckt hätten, als man das Wiesengrundstück für das große Festzelt beinahe umgegraben habe.

Nach dem »Florentiner Marsch« kam die große Zeit des Musikers Edgar Zeifang: Auf wunderbare Weise ehrte der Verein die Verstorbenen der vergangenen 25 Jahre. Jeder Einzelne wurde mit Bild vorgestellt, dazu spielte eine Bläsergruppe »Ich hatt´ einen Kameraden«. In einer Rückschau stellte Zeifang dann den Verein näher vor. Insgesamt 23 Vorsitzende habe der Verein erlebt, alle vereine die Hoffnung, dass Bernd Hettich das »Mindesthaltbarkeitsdatum« von acht Jahren deutlich überlebe. Zwar sei allgemein der Dirigentenverschleiß geringer gewesen. Allerdings schaffte es der Durchschnitt da auch nur neun Jahre lang. Die Ausnahme dabei sei der 17. und derzeit aktive Dirigent. Gerhard Feiertag halte es bei den Musikern bereits seit 29 Jahren aus. »Und er ist noch immer voller Ideen und Tatendrang«, machte Zeifang den Anwesenden deutlich. Er motiviere die Musiker stets aufs Neue.

Zum großen Finale erklingt das

Schönwald (hjk). Eine besondere Attraktion beim Festakt des Musikvereins bildete die »Modenschau«, ein Abriss über viele Jahrzehnte, dabei wurden die verschiedenen Uniformen auf dem »Laufsteg« vorgeführt. Tatsächlich gab es lange keine Uniform für Damen – die durften erst 1972 an die Instrumente. Und schließlich die Präsentation der nunmehr 18 Tonträger, die die Musiker mittlerweile aufgenommen haben.

Im Anschluss an diese Präsentation kam die Patenkapelle, die Kurkapelle Schonach unter der Leitung von Berthold Berberich. Zunächst gab es als Klassiker der Blasmusik den Marsch »Mein Regiment«, bevor es in die nordische Sagenwelt ging: »Fate of the Gods«, die Götterdämmerung, großartig interpretiert durch die Paten. Dann enterten die Piraten der Karibik den Saal, zumindest musikalisch.

Optimal aufgestellt zeige sich der Musikverein in seinem Jubiläumsjahr, meinte dann der Landtagsabgeordnete Karl Rombach. Sie alle seien geeint durch das »Gemeinschaftserlebnis des Musizierens. Er sei sich sicher, dass sie auch ihr Fest meisterten wie eine musikalische Herausforderung. Der Erste Landesbeamte Joachim Gwinner hatte einen Wappenteller des Landkreises dabei, für »eines der besten Blasmusikorchester des Landes«. Als Kulturträger ersten Ranges sei der Verein Aushängeschild der Kurgemeinde Schönwald ebenso wie für den Landkreis. »Ihr Orchester ist eine Perle in der Krone der Musikvereine; halten sie die Flamme der Begeisterung bei Ihren Musikern am Brennen«, forderte er die Vereinsführung auf.

Der Verbandspräsident Heinrich Glunz sprach von »Superlativen«, die der Verein zu bieten habe. Ein jugendliches Durchschnittsalter von 26 Jahren spreche für einen langen Fortbestand, »allerdings in einer gewachsenen Altersstruktur«, bei der die Erfahrung der Älteren gepaart sei mit dem Elan der Jugend. Glunz erinnerte daran, dass Gerhard Feiertag mit gerade mal 19 Jahren erstmals den Taktstock in Händen gehabt habe. »Heute präsentiert sich die Kapelle in beneidenswerter Verfassung und in bestechender musikalischer Form, musiziert auf allerhöchsten Niveau«, erkannte er neidlos an. Es sei ein faszinierendes Klangerlebnis, die Kurkapelle zu erleben.

Joachim Müller vom Patenverein rief das Gründungsjahr 1835 mit verschiedenen Höhepunkten in Erinnerung. Für die Schönwälder Vereine trat Alexander Zimmermann ans Mikro: »Wenn wir euch Musiker brauchen, habe ich noch niemals ein Nein gehört«, machte er auf eine weitere Eigenschaft des Jubelvereins aufmerksam. Alle Vereine, versprach er, würden die Kurkapelle bei ihrem Jubiläum unterstützen.

Den Dankesworten des Vorsitzenden, die in diesem Falle auch dem bewirtenden Skiverein galten, folgte in ganz großartiges Ende: Die beiden Orchester musizierten gemeinsam, zunächst das wunderbare Stück »Highland Cathedral«, um dann mit dem »Hoch Badnerland« einen passend feierlichen Abschluss zu finden.

 

 
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