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Chronik
des Musikvereins – Kurkapelle Schönwald e.V. -
aus
der Festschrift zum 150 – jährigen Jubiläum 1985
Aus den Akten des badischen Generallandesarchives
geht hervor, dass der Schulmeister Ludwig Meyer am20.06.1835 den
Musikverein Schönwald gegründet hat. Die benötigten Instrumente
stiftete die Gemeinde.
Der Lehrer kam nach
hier, um an der neu erbauten Schule zu unterrichten. Er versah, wie damals
üblich, neben dem Schuldienst noch die Stellen des Messners und des
Organisten.
Einem Schreiben vom
Schulvorstand und Gemeinderat können wir entnehmen, dass Herr Meyer seine
Tätigkeit zu aller Zufriedenheit ausübte.
Im Einzelnen ist dort
zu lesen:
Dem Oberlehrer Meyer
wird von dem unterzeichnenden Schulvorstand und Gemeinderat auf sein
Ersuchen bezeugt:
Seit vier Jahren steht
er der hiesigen Schule mit großem Fleiße und Eifer vor und weiß durch
liebevolle Behandlung die Neigung der Kinder zu gewinnen, die sehr gerne
zu ihm in die Schule gehen.
Der Kirchengesang ist
so beschaffen, daß jeder Bürger daran eine Freude hat, besonders wenn
derselbe mit Instrumentenmusik aufgeführt wird. Eine solche Musik hat
Oberlehrer Meyer hier aufgerichtet und dafür niemand in Kosten versetzt.
Auch ist seine Aufführung ohne Tadel.
Durch diese Tätigkeiten un gutem Benehmen gegenüber Bürgern, hat
Oberlehrer Meyer unsere voll Zufriedenheit und die Achtung und Liebe von
der Gemeind erworben. - Schönwald, den 29.Juni 1839 -
Aufgrund seiner guten
Leistungen wurde der Oberlehrer Meyer zum Hauptlehrer befördert und nach
Radolfzell versetzt.
Sein Nachfolger im Amt
wurde der Lehrer Franz Joseph Trefzger. Er übernahm die Leitung des
Musikvereins.
Von alten Schönwälder
Bürgern wurde überliefert, dass der Verein neben kirchlichen und
weltlichen Anlässen auch bei größeren Familienfesten mitwirkte.
Schon früh hatte die
Herstellung von Musikinstrumenten, speziell von Orchestrions, in Schönwald
Eingang gehalten und die Berührung mit der Musik gebracht. So weist z.B.
die Blasmusik 1856 26 aktive Musiker auf, wie aus dem beigefügten Bild
ersichtlich ist; leider ging die dazugehörige Namensliste verloren.
Im Jahr 1873 übernahm
der Orchestrionfabrikant Herkules Kern die Leitung des Vereins. Die Stabführung
hatte der Musiker Wilhelm Krieg aus Furtwangen inne. Geprobt wurde im
Nebenzimmer des Gasthofes Zum Ochsen. Einige der Aktiven aus dieser Zeit
sind noch namentlich bekannt. Es sind dies Blasius Martin, Ernst Dold,
Ludwig Brüchig und Joseph Siedle.
Herkules Kern gab der
Blaskapelle den Namen „Pompiers Musik“. Um diese Zeit war nämlich die
Schönwälder Feuerwehr gegründet worden und die Feuerwehren
nannten sich damals „Pompiers“ und es war üblich, den Kontakt
zu einer Blasmusik zu pflegen, die bei allen öffentlichen Auftritten der
Wehr die nötige Begleitmusik lieferte.
Im Jahr 1882 fand ein
Dirigentenwechsel statt. Anstelle von Wilhelm Krieg übernahm der Schönwälder
Joseph Siedle die Stabführung. Er dirigierte die Kapelle bis 1885. Bei
der Generalversammlung im folgenden Jahr wurde eine Neuorganisation des
Vereins beschlossen. Der Adlerwirt Eduard Riesle zum Vorsitzenden gewählt
und Wilhelm Krieg übernahm erneut den Dirigentenstab.
Doch bereits nach drei
Jahren, 1889, gab der Adlerwirt den Vorsitz wieder an Herkules Kern ab.
Die Dirigentenstelle übernahm der Lehrer Joseph Geissler. Unter seiner
Leitung machte der Musikverein große Fortschritte und hatte bei auswärtigen
Veranstaltungen schöne Erfolge zu verzeichnen. Leider konnte der Lehrer
seine fruchtbare Tätigketi nur drei Jahre lang ausüben, denn bereits
1892 wurde er versetzt. Nun übernahm ein Schönwälder Bürger und langjähriges
Mitglied der Blasmusik, Hermann Dold, die musikalische Leitung. Er übte
seine Tätigkeit als Dirigent bis 1902 mit großem Erfolg aus.
Im Jahr darauf trat ein
Bruch im Musikgeschehen ein. Die Blasmusik wurde von dem damaligen Lehrer
Gassmann in eine Streichmusik umgewandelt. Die näheren Umstände, die zu
diesem Wandel führten, sind nicht mehr nachzuvollziehen.
Die Abkehr von der
Blechmusik war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits drei Jahre später,
am 10.Dezember 1905, wurde die altbewährte Blechmusik wieder eingeführt.
Zum Vorsitzenden wurde der Ratschreiber Weinbert Walter gewählt und die
Wahl des Dirigenten fiel auf Joseph Rösch. Als Schriftführer fungierte
August Hauser, als Kassier August Hirt, als Beigeordnete Joseph Dorer
(Pension) und Karl Joseph Wehrle (Fabrikant). Von nun an wurde ein
Protokollbuch geführt, in dem alle wesentlichen Ereignisse festgehalten
wurden.
Der Verein wies 1905 22
aktive und 80 passive Mitglieder auf. Letztere hatten pro Quartal 50
Pfennig Beitrag zu entrichten. Bei Konzerten zahlten die Gäste 30 Pfennig
Eintritt. Die Veranstaltungen fanden in Ermangelung einer Festhalle in den
verschiedenen Lokalen des Ortes statt, wie z.B. im Adler, Auerhahn,
Falken, Hirschen, Ochsen, Viktoria, Sommerberg, Landpost und in der Sonne.
Alljährlich wurde am
Stephanstag eine Christbaumfeier abgehalten, bei der auch „komische
Vorträge und Stücke“ dargeboten wurden – heute würde man von
humoristischen Einlagen sprechen. Auch der Glückshafen, Vorläufer
unserer heutigen Tombola, durfte nicht fehlen. Am Ende der Feier wurde
stets der Christbaum versteigert und die Einnahme war eine willkommene Stärkung
der Vereinskasse. Einmal im Jahr unternahm man einen größeren Ausflug.
Die Fahrtkosten hierzu stiftete der Verein. Dieser Brauch lebt mit
gewissen Abweichungen bis heute fort und trägt zur Festigung der
Kameradschaft unter den Musikern bei.
Der Dirigent erhielt
damals für seine Tätigkeit 50 Goldmark pro Jahr.
Die 1905 gewählte
Vorstandschaft blieb bis nach dem 1. Weltkrieg praktisch unverändert im
Amt. Diese stabile Führung und ein guter Dirigent wirkten sich recht
positiv auf das Vereinsgeschehen aus.
1907 beschloß man,
alljährlich ein Waldfest durchzuführen. Zu damaliger Zeit fand das Fest
noch unter freiem Himmel statt und der Erfolg war stark von der Witterung
abhängig. Daß dabei hier und da ein Fest verregnete ist als natürlich
anzusehen. Das Fest fand einen solchen Anklang, dass es bis heute alljährlich
abgehalten wird. Seit den 70er Jahren sorgt ein Zelt für die Unabhängigkeit
vom Wetter.
Im Jahr 1908 finden
sich die ersten Hinweise auf die Abhaltung von Kurkonzerten. Die Anregung
hierzu kam von den beiden Hoteliers Wirtle vom Adler und Ketterer von der
Landpost. Vertraglich wurde damals festgelegt, dass während der Saison
vom 1.7. bis 1.9. wöchentlich dreimal gespielt wird, dafür zahlten die
Wirte 150 Goldmark an die Vereinskasse. Später übernahm die
Kurverwaltung diese Kosten. Die Kurkonzerte fanden großen Beifall bei den
Gästen und sind vom Kurbetrieb nicht mehr wegzudenken. Einige Probleme
der Gegenwart standen auch damals bereits schon an. Dies waren das Problem
Probelokal und zum anderen der Besuch der Proben. Im ersten Fall hat man
auch in früheren Zeiten bereits die Gemeinde bemüht und beim lässsigen
Besuch der Proben drohte kurzerhand der Ausschluß.
Noch wenige Monate vor
Kriegsbeginn fand am 10.Mai 1914 in Schönwald ein Gesamtkonzert der
vereinigen Musikkapellen des Schwarzwaldes statt. Der große Saal im
Kurhotel Adler konnte die vielen Gäste nicht fassen. Vertreten waren die
Kapellen von Gütenbach, Schonach mit hoher Stimmung und Furtwangen,
Hornberg, St. Georgen, Triberg, Vöhrenbach mit tiefer Stimmung. Das Ganze
stand unter der Leitung des Kapellmeister Gutterer aus Triberg. Es wurde
ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm geboten, das großen
Anklang fand. Mit Beginn des Krieges jedoch erstarb das Musikleben in Schönwald,
um erst wieder im Jahr 1919 langsam in Gang zu kommen. Nachdem der langjährige
Vorstand Weinbert Walter 1919 sein Amt zur Verfügung stellte, übernahm
Alfred Dold, einstimmig gewählt, den Vorsitz. Das Amt des Schriftführers
wurde Leo Faller übertragen, nachdem August Hauser nicht mehr aus dem
Krieg zurückgekehrt war und als Kassier fungierte Engelbert Maier. Als
Beiräte wurden der Fabrikant Karl Joseph Wehrle und der Bäckermeister
Rudolf Ganter gewählt. Die Proben fanden vorerst im Nebenzimmer der
Landpost statt. 1919 bei der Weihnachtsfeier trat die Blasmusik erstmals
wieder nach dem Kriege in der Öffentlichkeit auf. Im Laufe des Jahres war
der Verein durch den Zugang von 10 Jungmusikern wesentlich gestärkt
worden.
Bereits nach einem Jahr
stellte der Vorstand Alfred Dold sein Amt wegen Arbeitsüberlastung zur
Verfügung. An seiner Stelle wurde Anton Fehrenbach (Gieshütte) gewählt.
Auf Anregung des
Dirigenten Rösch wurde 1921 beschlossen, die Instrumente von hoher auf
tiefe Stimmung umzustellen. Dies war natürlich mit großem finanziellem
Aufwand verbunden. Joseph Scherer (Mauerhäusle) und Anton Kaier (Escheck)
erklärten sich jedoch bereit, dem Verein zu helfen und übernahmen eine Bürgschaft
in Höhe von 3000,00 Reichsmark.
Weitere Spenden wurden
von der Bevölkerung aufgebracht, so dass bis 1923 die Schulden alle
getilgt werden konnten.
Die Kurkonzerte wurden
in der Saison 1921 wieder aufgenommen. Insgesamt waren 2o Konzerte
vorgesehen, zwei in der Woche. Die Kurverwaltung zahlte 100,00 Reichsmark
pro Auftritt. 1922 mussten die Kurkonzerte entfallen, da sich die Musiker
erst einmal mit den neuen Instrumenten vertraut machen mussten. Im Oktober
konnte dann wieder an die Öffentlichkeit getreten werden.
Die aufkommende
Inflation mit ihrer ruinösen Geltentwertung wirkte sich lähmend auf das
Vereinsgeschehen aus, so dass 1923 kaum noch Aktivitäten zu verzeichnen
sind. Ein Jahr später besserte sich langsam die wirtschaftliche Lage und
es fanden wieder Kurkonzerte statt.
1926 tritt der langjährige
Dirigent Joseph Rösch zurück. Er wird zweiter Vorstand. Zu seinem
Nachfolger wird Xaver Walter gewählt. Von nun an soll der Vorstand nicht
mehr jährlich sondern nur noch alle zwei Jahre neu gewählt werden.
Der Dirigent, Xaver
Walter, hatte nur kurze Zeit, die Stabführung inne. Bereits nach einem
Jahr, 1927, löste ihn Karl Götz aus Nussbach ab.
Am 02.06.1928 dankt der
Altdirigent Joseph Rösch als zweiter Vorstand ab. Der Schreinermeister
Friedrich Merkle wurde an seiner Stelle gewählt.
Die Tätigkeit des
Dirigenten Karl Götz war auch nur von kurzer Dauer, denn bereits 1929 gab
er seine Stelle auf. Sie wurde von Walter Rohde besetzt.
Um das Instrumentarium
aufzustocken, wurde 1930 eine Haussammlung veranstaltet. Sie brachte knapp
1000,00 Rentenmark ein. Im Februar desselben Jahres hatte der Schönwälder
Neupriester, Franz Duffner, seine Primiz. Aus diesem Anlass spielte der
Musikverein auf und trug in besonderem Maße zur Verschönerung der Feier
bei. Der rasche Dirigentenwechsel wollte kein Ende nehmen, denn auch
Walter Rohde verließ nach einem Jahr den Verein wieder, so dass erneut
die Stelle vakant wurde. Es gelang, den früheren Dirigenten Xaver Walter
wiederzugewinnen und er behielt die Stabführung für die nächsten zehn
Jahre.
Am 22.03.1931 hatte der
Neupriester Allgaier Primiz. Der Musikverein nimmt an der feierlichen
Prozession teil.
Im Jahr 1934 legte der
erste Vorstand Anton Fehrenbach (Gieshütte) sein Amt nieder. Er wurde
Ehrenvorsitzender. Als sein Nachfolger wurde der Holzbildhauer Eduard
Grieshaber gewählt.
In der Zeit des nun
anbrechenden dritten Reiches war das Vereinsgeschehen ganz allgemein
diversen Pressionen parteipolitischer Art ausgesetzt, denen es sich nicht
restlos entziehen konnte. Bei der Generalversammlung 1938 legte der
Vereinsführer Eduard Grieshaber sein Amt nieder und übergab es dem
Tambour Erich Schätzle. Gleichzeitig hatten sowohl der Schriftführer
Hirt und der Kassier Meyer ihre Ämter niedergelegt. Der neue Vereinsführer
Schätzle bestimmte Paul Duffner zum Schriftführer und Joseph Papa zum
Kassier.
Nachdem das passive
Beiratsmitglied Bäckermeister Ganter im Frühjahr 1937 verstorben war,
kam an seine Stelle Schreinermeister Dorer. Das Amt des zweiten Vereinsführers
übernahm Albet Hirt.
Mit Beginn des Krieges
reduzierte sich die Aktivität des Vereins auf einige wenige
Veranstaltungen. Um das Musikgeschehen nicht voll zum Erliegen kommen zu
lassen, stellte Joseph Papa eine Betriebskapelle der Firma Wehrle auf und
improvisierte mit den jeweils greifbaren Musikern, so gut es ging, das
Musikgeschehen.
Der 1938 eingesetzte
Erich Schätzle war 1940 gefallen, seine Stelle blieb vakant. Im Frühjahr
1946 bemühte sich Bürgermeister Merkle um des Wiederaufbau des
Musikvereins. Joseph Papa übernahm den Dirigentenstab, ein neuer Vorstand
wurde vorerst nicht gewählt.
Am Weißen Sonntag 1946
findet der erste Auftritt nach dem Kriege statt, insgesamt mit 14
Musikern. Ein Jahr später beruft Bürgermeister Merkle eine Versammlung
ein, dabei wird als neuer Vorstand Franz Fehrenbach, Sohn des früheren
Vorstandes, gewählt. Zweiter Vorsitzender wird Hermann Kaltenbach,
Schriftführer Franz Bruker, Kassier Johann Schwer, Dirigent bleibt Joseph
Papa.
Bei der Vorstandschaft
1948 steht Franz Fehrenbach nicht mehr zur Verfügung. Seine Stelle übernimmt
für ein Jahr Hermann Kaltenbach. Zweiter Vorstand wird Oskar Scherzinger.
1948 wurde wieder ein
Weihnachtskonzert gegeben. Kurz danach, am 16.01.1949 erfolgt ein Konzert
zugunsten der neuen Kirchenglocken. Im selben Jahr übernimmt Karl Ritter
den ersten Vorstand und Hermann Kaltenbach wird zweiter Vorstand. Neuer
Schriftführer wird Johann Papa. Auch die Kurkonzerte werden in diesem
Jahr wieder aufgenommen. Der Schwerpunkt der Einsätze des Musikvereins
lag nun wieder mehr auf dem kirchlichen, vereinsmäßigen und familiären
Sektor. Die Arbeiten des Dirigenten Joseph Papa werden bei der
Generalversammlung 1950 besonders lobend hervorgehoben. Erstmals werden
seine Kompositionen „Klänge der Heimat“ und „Auf Schwarzwaldhöhen“
vorgetragen.
1951 übernimmt Hermann
Kaltenbach erneut die Vereinsführung. Johann Papa, Schwarzwaldmaler, übergibt
August Dold den Posten des Schriftführers. In dieser Zeit des
Wiederaufbaues kämpft der Verein sehr um seine Anerkennung.
Am 24.09.1951 nimmt die
Blaskapelle Schönwald an der feierlichen Glockenweihe teil. Mit der
zunehmend besseren Leistung steigt auch das Interesse der Bevölkerung am
Musikgeschehen wieder an. Dies schlägt sich in einem Zustrom von
Jungmusikern nieder, so dass die Blasmusik inzwischen 30 Mann zählt. Eine
zur Anschaffung neuer Instrumente durchgeführte Haussammlung erbrachte
knapp 800,00 DM.
Bei der
Generalversammlung am 27.03.1954 wurde beschlossen, ein Totengedenkenalbum
anzulegen. Das Album wird bis heute von Joseph Papa geführt. Hier werden
die verstorbenen Vorstände, Dirigenten und Aktive für die Nachwelt im
Bild festgehalten.
Nach siebenjähriger Tätigkeit
gibt 1958 der erste Vorstand Hermann Kaltenbach sein Amt auf. Das
Gemeinderatsmitglied Karl Dold wird zum ersten Vorstand gewählt. Er
sollte den Vorsitz bis zum Jahre 1970 inne haben.
Am 06.04. 1959 wird die
Blaskapelle in das Vereinsregister beim Amtsgericht Triberg eingetragen
und führt von nun an den Namen Musikverein Schönwald e.V..
Um dem stets
vorhandenen Bedürfnis nach neuen Instrumenten zu genügen, wurde erstmals
1960 eine Altmaterialsammlung durchgeführt. Die Aktion erbrachte den
stolzen Betrag von 3000,00 DM. Darauf hin beschloß man, solche Sammlungen
zu wiederholen und bis zum heutigen Tag sammelt der Musikverein etliche
Male Altglas und hilft somit, die Umwelt zu entlasten, Rohstoffe
einzusparen und seine Kasse zu stärken.
1964 wurde Joseph Papa
für mehr als 40 Jahre Aktivität im Musikverein geehrt. Er erhielt vom Präsidenten
des Blasmusikverbandes Schwarwald-Baar die goldene Verbandsnadel überreicht.
In das Jahr 1964 fallen
die ersten Kontakte zu unserer Partnergemeinde Bourg – Achard in der
Normandie. Der Musikverein Schönwald hat an der Pflege dieser Verbindung
wesentlichen Anteil, war er doch zweimal in Bourg – Achard zu Besuch.
Entsprechend kamen die Musiker aus der Normandie in großer Besetzung
zweimal nach hier.
Mit Ablauf des Jahres
1968 legte der langjährige Dirigent Joseph Papa nach 28-jähriger
aufopferungsvoller und von Idealen getragener Tätigkeit die Stabführung
nieder. Für seine großen Verdienste um die Kapelle und sein von viel
Idealismus getragenem Bemühen um den Nachwuchs, wurde er, unter dem großen
Beifall der Musiker und Besucher, zum Ehrendirigenten ernannt. In seiner
langen erfolgreichen Arbeit hat er über 100 Jungmusiker ausgebildet und
ist heute noch auf diesem Sektor tätig.
Karl Dold gab den
ersten Vorsitz 1970 an Anton Fehrenbach (Buchs) für ein Jahr ab. Dann übernahm
der damalige Bürgermeister Emil Rimmele den Vorsitz des Vereins, den er
bsi heute inne hat. Karl Dold blieb zweiter Vorsitzender. Um diese Zeit
brachten vermehrte Auftritte und Aktivitäten den Verein in ernsthafte
Schwierigkeiten. Emil Rimmele konnte die Krise meistern. Ein Neuaufbau des
Musikvereins wurde beschlossen und dabei verfügt, dass die Jungmusiker in
die Kapelle voll integriert werden. Zu Ostern 1972 wurden sie übernommen
und eingekleidet. Der Dirigent Emil Lienert verließ kurz darauf den
Verein. Als sein Nachfolger in der Stabführung konnte Heinz Hoffmann
gewonnen werden. Nach den vergangenen Spannungen gelang es ihm, die
Mannschaft wieder zu einen. Der Leistungsstand war gut und Hoffmann war
stets bestrebt, ihn weiter zu verbessern. Auch öffnete er sich mehr der
modernen Musik und gewann somit die Jugend für sich, ohne jedoch das
Althergebrachte zu vernachlässigen, was ihm die Sympathien der älteren
Musiker bewahrte. Beim Weihnachtskonzert 1972 bestand der neue Dirigent
die Feuerprobe.
Im selben Jahr wurde
der Ehrendirigent Joseph Papa für 50 Jahre Aktivität im Musikverein
hochgeehrt. Der Verbandspräsident überreichte ihm die goldene Ehrennadel
und als spzielle Ehrung wurde er zum Ehrenmitglied des Blasmusikverbandes
Schwarzwald-Baar ernannt.
Am 26.05.1973 verlieh
der Landrat Dr. Astfäller dem Verein die Plakette Pro Musika, eine
Auszeichnung, die nur Vereine bekommen, die auf eine mehr als 100-jährige
Tätigkeit zurückblicken können.
Die damals beschlossene
Übernahme der Jungmusiker in die Kapelle löste einen Zustrom junger
Interessenten aus, der bis heute anhält, so dass der Verein keine
Nachwuchssorgen mehr hat. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die
aktive Mithilfe der hiesigen Schulleitung.
Am 16.09.1977 überreichte
Landrat Dr. Gutknecht unserem hochverdienten Ehrendirigenten Joseph Papa
das Bundesverdienstkreuz. Zwei Jahre später, am 13.02.1979 bekommt der
Ehrenbürger und damalige 2. Vorstand, Karl Dold, vom Landrat Dr.
Gutknecht das Bundesverdienstkreuz am Band sowie vom Blasmusikverband
Schwarzwald-Baar die silberne Ehrennadel verliehen.
1979 beschlossen die
Gemeinden Triberg-Schonach-Nußbach-Gremmelsbach und Schönwald, alljährlich
ein Raumschaftskonzert mit rollierendem Austragungsort zu veranstalten. Es
soll der Pflege der menschlichen Beziehung und der Vertiefung der Kontakte
unter den Musikern der Raumschaft dienen.
Etwas unerwartet erklärte
der langjährige Dirigent Heinz Hoffmann bei der Hauptversammlung 1981
seinen Rücktritt. Der erst 18-jährige Gerhard Feiertag, bisher
Vizedirigent, muss in die Bresche springen und schafft es, die
Vorstandschaft von seinem Können zu überzeugen, so dass ihm die Stabführung
zum Jahresende übertragen wird. Einen Dirigentenlehrgang in Trossingen
absolviert er mit dem Zertifikat C 2 sowie C3.
Am 25.08.1981 verleiht
Landrat Dr. Gutknecht dem ersten Vorsitzenden des Musikvereins und Altbürgermeister
Emil Rimmele das Bundesverdienstkreuz, in Anerkennung seiner Verdienste für
Gemeinde und Vereinswesen.
Der unermüdliche
Ehrendirigent Joseph Papa wurde anlässlich des Weihnachtskonzertes 1983 für
60 Jahre Aktivität im Musikverein vom Präsidenten Ewald Merkle mit der
großen goldenen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet. Ferner erhielt er
die höchste Auszeichnung in Form der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.
Im Sommer 1984 erfolgte
der Besuch der Stadtmusikkapelle Innsbruck-Hötting. Die Musiker dieser
Kapelle suchten im Schwarzwald einen Musikverein, mit dem sie
freundschaftliche Kontakte anknüpfen wollten.
Der 3-tägige
Aufenthalt der etwa 60 Musiker in ihren schmucken Tiroler Trachten sowie
der Trachten-Tanzgruppe anlässlich unseres Waldfestes war ohne Übertreibung
für die „Hötinger“, die Schönwälder Einwohner und nicht zuletzt
auch für die vielen Kurgäste ein herzhafter Genuss und für Alle ein
voller Erfolg.
Die spontane
Freundschaft mit den Höttinger Muikkameraden wird mit Sicherheit kein
Strohfeuer sein. Denn schon in diesem Jahr werden unserer Musiker ihren
Jahresausflug nach Innsbruck-Hötting unternehmen. Eine Einladung zum Cäzilienfest
wurd von uns sehr gerne angenommen und wir sind überzeugt, dass die
Freundschaft mit den Tiroler Musikanten noch vertieft wird.
Schönwald , im Jahr
1985
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