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Chronik des Musikvereins – Kurkapelle Schönwald e.V. -

aus der Festschrift zum 150 – jährigen Jubiläum 1985

Aus den Akten des badischen Generallandesarchives geht hervor, dass der Schulmeister Ludwig Meyer am20.06.1835 den Musikverein Schönwald gegründet hat. Die benötigten Instrumente stiftete die Gemeinde.

Der Lehrer kam nach hier, um an der neu erbauten Schule zu unterrichten. Er versah, wie damals üblich, neben dem Schuldienst noch die Stellen des Messners und des Organisten.

Einem Schreiben vom Schulvorstand und Gemeinderat können wir entnehmen, dass Herr Meyer seine Tätigkeit zu aller Zufriedenheit ausübte.

 

Im Einzelnen ist dort zu lesen:

Dem Oberlehrer Meyer wird von dem unterzeichnenden Schulvorstand und Gemeinderat auf sein Ersuchen bezeugt:

Seit vier Jahren steht er der hiesigen Schule mit großem Fleiße und Eifer vor und weiß durch liebevolle Behandlung die Neigung der Kinder zu gewinnen, die sehr gerne zu ihm in die Schule gehen.

 

Der Kirchengesang ist so beschaffen, daß jeder Bürger daran eine Freude hat, besonders wenn derselbe mit Instrumentenmusik aufgeführt wird. Eine solche Musik hat Oberlehrer Meyer hier aufgerichtet und dafür niemand in Kosten versetzt. Auch ist seine Aufführung ohne Tadel. Durch diese Tätigkeiten und gutem Benehmen gegenüber Bürgern, hat Oberlehrer Meyer unsere voll Zufriedenheit und die Achtung und Liebe von der Gemeinde erworben. - Schönwald, den 29.Juni 1839 -

Aufgrund seiner guten Leistungen wurde der Oberlehrer Meyer zum Hauptlehrer befördert und nach Radolfzell versetzt.

Sein Nachfolger im Amt wurde der Lehrer Franz Joseph Trefzger. Er übernahm die Leitung des Musikvereins.

Von alten Schönwälder Bürgern wurde überliefert, dass der Verein neben kirchlichen und weltlichen Anlässen auch bei größeren Familienfesten mitwirkte.

Schon früh hatte die Herstellung von Musikinstrumenten, speziell von Orchestrions, in Schönwald Eingang gehalten und die Berührung mit der Musik gebracht. So weist z.B. die Blasmusik 1856 26 aktive Musiker auf, wie aus dem beigefügten Bild ersichtlich ist; leider ging die dazugehörige Namensliste verloren.

 

Im Jahr 1873 übernahm der Orchestrionfabrikant Herkules Kern die Leitung des Vereins. Die Stabführung hatte der Musiker Wilhelm Krieg aus Furtwangen inne. Geprobt wurde im Nebenzimmer des Gasthofes Zum Ochsen. Einige der Aktiven aus dieser Zeit sind noch namentlich bekannt. Es sind dies Blasius Martin, Ernst Dold, Ludwig Brüchig und Joseph Siedle.

Herkules Kern gab der Blaskapelle den Namen „Pompiers Musik“. Um diese Zeit war nämlich die Schönwälder Feuerwehr gegründet worden und die Feuerwehren  nannten sich damals „Pompiers“ und es war üblich, den Kontakt zu einer Blasmusik zu pflegen, die bei allen öffentlichen Auftritten der Wehr die nötige Begleitmusik lieferte.

Im Jahr 1882 fand ein Dirigentenwechsel statt. Anstelle von Wilhelm Krieg übernahm der Schönwälder Joseph Siedle die Stabführung. Er dirigierte die Kapelle bis 1885. Bei der Generalversammlung im folgenden Jahr wurde eine Neuorganisation des Vereins beschlossen. Der Adlerwirt Eduard Riesle zum Vorsitzenden gewählt und Wilhelm Krieg übernahm erneut den Dirigentenstab.

Doch bereits nach drei Jahren, 1889, gab der Adlerwirt den Vorsitz wieder an Herkules Kern ab. Die Dirigentenstelle übernahm der Lehrer Joseph Geissler. Unter seiner Leitung machte der Musikverein große Fortschritte und hatte bei auswärtigen Veranstaltungen schöne Erfolge zu verzeichnen. Leider konnte der Lehrer seine fruchtbare Tätigkeit nur drei Jahre lang ausüben, denn bereits 1892 wurde er versetzt. Nun übernahm ein Schönwälder Bürger und langjähriges Mitglied der Blasmusik, Hermann Dold, die musikalische Leitung. Er übte seine Tätigkeit als Dirigent bis 1902 mit großem Erfolg aus.

Im Jahr darauf trat ein Bruch im Musikgeschehen ein. Die Blasmusik wurde von dem damaligen Lehrer Gassmann in eine Streichmusik umgewandelt. Die näheren Umstände, die zu diesem Wandel führten, sind nicht mehr nachzuvollziehen.

Die Abkehr von der Blechmusik war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits drei Jahre später, am 10.Dezember 1905, wurde die altbewährte Blechmusik wieder eingeführt. Zum Vorsitzenden wurde der Ratschreiber Weinbert Walter gewählt und die Wahl des Dirigenten fiel auf Joseph Rösch. Als Schriftführer fungierte August Hauser, als Kassier August Hirt, als Beigeordnete Joseph Dorer (Pension) und Karl Joseph Wehrle (Fabrikant). Von nun an wurde ein Protokollbuch geführt, in dem alle wesentlichen Ereignisse festgehalten wurden.

Der Verein wies 1905 22 aktive und 80 passive Mitglieder auf. Letztere hatten pro Quartal 50 Pfennig Beitrag zu entrichten. Bei Konzerten zahlten die Gäste 30 Pfennig Eintritt. Die Veranstaltungen fanden in Ermangelung einer Festhalle in den verschiedenen Lokalen des Ortes statt, wie z.B. im Adler, Auerhahn, Falken, Hirschen, Ochsen, Viktoria, Sommerberg, Landpost und in der Sonne.

Alljährlich wurde am Stephanstag eine Christbaumfeier abgehalten, bei der auch „komische Vorträge und Stücke“ dargeboten wurden – heute würde man von humoristischen Einlagen sprechen. Auch der Glückshafen, Vorläufer unserer heutigen Tombola, durfte nicht fehlen. Am Ende der Feier wurde stets der Christbaum versteigert und die Einnahme war eine willkommene Stärkung der Vereinskasse. Einmal im Jahr unternahm man einen größeren Ausflug. Die Fahrtkosten hierzu stiftete der Verein. Dieser Brauch lebt mit gewissen Abweichungen bis heute fort und trägt zur Festigung der Kameradschaft unter den Musikern bei.

Der Dirigent erhielt damals für seine Tätigkeit 50 Goldmark pro Jahr.

Die 1905 gewählte Vorstandschaft blieb bis nach dem 1. Weltkrieg praktisch unverändert im Amt. Diese stabile Führung und ein guter Dirigent wirkten sich recht positiv auf das Vereinsgeschehen aus.

1907 beschloß man, alljährlich ein Waldfest durchzuführen. Zu damaliger Zeit fand das Fest noch unter freiem Himmel statt und der Erfolg war stark von der Witterung abhängig. Daß dabei hier und da ein Fest verregnete ist als natürlich anzusehen. Das Fest fand einen solchen Anklang, dass es bis heute alljährlich abgehalten wird. Seit den 70er Jahren sorgt ein Zelt für die Unabhängigkeit vom Wetter.

Im Jahr 1908 finden sich die ersten Hinweise auf die Abhaltung von Kurkonzerten. Die Anregung hierzu kam von den beiden Hoteliers Wirtle vom Adler und Ketterer von der Landpost. Vertraglich wurde damals festgelegt, dass während der Saison vom 1.7. bis 1.9. wöchentlich dreimal gespielt wird, dafür zahlten die Wirte 150 Goldmark an die Vereinskasse. Später übernahm die Kurverwaltung diese Kosten. Die Kurkonzerte fanden großen Beifall bei den Gästen und sind vom Kurbetrieb nicht mehr wegzudenken. Einige Probleme der Gegenwart standen auch damals bereits schon an. Dies waren das Problem Probelokal und zum anderen der Besuch der Proben. Im ersten Fall hat man auch in früheren Zeiten bereits die Gemeinde bemüht und beim lässsigen Besuch der Proben drohte kurzerhand der Ausschluß.

Noch wenige Monate vor Kriegsbeginn fand am 10.Mai 1914 in Schönwald ein Gesamtkonzert der vereinigen Musikkapellen des Schwarzwaldes statt. Der große Saal im Kurhotel Adler konnte die vielen Gäste nicht fassen. Vertreten waren die Kapellen von Gütenbach, Schonach mit hoher Stimmung und Furtwangen, Hornberg, St. Georgen, Triberg, Vöhrenbach mit tiefer Stimmung. Das Ganze stand unter der Leitung des Kapellmeister Gutterer aus Triberg. Es wurde ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm geboten, das großen Anklang fand. Mit Beginn des Krieges jedoch erstarb das Musikleben in Schönwald, um erst wieder im Jahr 1919 langsam in Gang zu kommen. Nachdem der langjährige Vorstand Weinbert Walter 1919 sein Amt zur Verfügung stellte, übernahm Alfred Dold, einstimmig gewählt, den Vorsitz. Das Amt des Schriftführers wurde Leo Faller übertragen, nachdem August Hauser nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrt war und als Kassier fungierte Engelbert Maier. Als Beiräte wurden der Fabrikant Karl Joseph Wehrle und der Bäckermeister Rudolf Ganter gewählt. Die Proben fanden vorerst im Nebenzimmer der Landpost statt. 1919 bei der Weihnachtsfeier trat die Blasmusik erstmals wieder nach dem Kriege in der Öffentlichkeit auf. Im Laufe des Jahres war der Verein durch den Zugang von 10 Jungmusikern wesentlich gestärkt worden.

Bereits nach einem Jahr stellte der Vorstand Alfred Dold sein Amt wegen Arbeitsüberlastung zur Verfügung. An seiner Stelle wurde Anton Fehrenbach (Gieshütte) gewählt.  

Auf Anregung des Dirigenten Rösch wurde 1921 beschlossen, die Instrumente von hoher auf tiefe Stimmung umzustellen. Dies war natürlich mit großem finanziellem Aufwand verbunden. Joseph Scherer (Mauerhäusle) und Anton Kaier (Escheck) erklärten sich jedoch bereit, dem Verein zu helfen und übernahmen eine Bürgschaft in Höhe von 3000,00 Reichsmark.

Weitere Spenden wurden von der Bevölkerung aufgebracht, so dass bis 1923 die Schulden alle getilgt werden konnten.

Die Kurkonzerte wurden in der Saison 1921 wieder aufgenommen. Insgesamt waren 2o Konzerte vorgesehen, zwei in der Woche. Die Kurverwaltung zahlte 100,00 Reichsmark pro Auftritt. 1922 mussten die Kurkonzerte entfallen, da sich die Musiker erst einmal mit den neuen Instrumenten vertraut machen mussten. Im Oktober konnte dann wieder an die Öffentlichkeit getreten werden.

Die aufkommende Inflation mit ihrer ruinösen Geltentwertung wirkte sich lähmend auf das Vereinsgeschehen aus, so dass 1923 kaum noch Aktivitäten zu verzeichnen sind. Ein Jahr später besserte sich langsam die wirtschaftliche Lage und es fanden wieder Kurkonzerte statt.

1926 tritt der langjährige Dirigent Joseph Rösch zurück. Er wird zweiter Vorstand. Zu seinem Nachfolger wird Xaver Walter gewählt. Von nun an soll der Vorstand nicht mehr jährlich sondern nur noch alle zwei Jahre neu gewählt werden.

Der Dirigent, Xaver Walter, hatte nur kurze Zeit, die Stabführung inne. Bereits nach einem Jahr, 1927, löste ihn Karl Götz aus Nussbach ab.

Am 02.06.1928 dankt der Altdirigent Joseph Rösch als zweiter Vorstand ab. Der Schreinermeister Friedrich Merkle wurde an seiner Stelle gewählt.

Die Tätigkeit des Dirigenten Karl Götz war auch nur von kurzer Dauer, denn bereits 1929 gab er seine Stelle auf. Sie wurde von Walter Rohde besetzt.

Um das Instrumentarium aufzustocken, wurde 1930 eine Haussammlung veranstaltet. Sie brachte knapp 1000,00 Rentenmark ein. Im Februar desselben Jahres hatte der Schönwälder Neupriester, Franz Duffner, seine Primiz. Aus diesem Anlass spielte der Musikverein auf und trug in besonderem Maße zur Verschönerung der Feier bei. Der rasche Dirigentenwechsel wollte kein Ende nehmen, denn auch Walter Rohde verließ nach einem Jahr den Verein wieder, so dass erneut die Stelle vakant wurde. Es gelang, den früheren Dirigenten Xaver Walter wiederzugewinnen und er behielt die Stabführung für die nächsten zehn Jahre.

Am 22.03.1931 hatte der Neupriester Allgaier Primiz. Der Musikverein nimmt an der feierlichen Prozession teil.  

Im Jahr 1934 legte der erste Vorstand Anton Fehrenbach (Gieshütte) sein Amt nieder. Er wurde Ehrenvorsitzender. Als sein Nachfolger wurde der Holzbildhauer Eduard Grieshaber gewählt.

In der Zeit des nun anbrechenden dritten Reiches war das Vereinsgeschehen ganz allgemein diversen Pressionen parteipolitischer Art ausgesetzt, denen es sich nicht restlos entziehen konnte. Bei der Generalversammlung 1938 legte der Vereinsführer Eduard Grieshaber sein Amt nieder und übergab es dem Tambour Erich Schätzle. Gleichzeitig hatten sowohl der Schriftführer Hirt und der Kassier Meyer ihre Ämter niedergelegt. Der neue Vereinsführer Schätzle bestimmte Paul Duffner zum Schriftführer und Joseph Papa zum Kassier.

Nachdem das passive Beiratsmitglied Bäckermeister Ganter im Frühjahr 1937 verstorben war, kam an seine Stelle Schreinermeister Dorer. Das Amt des zweiten Vereinsführers übernahm Albert Hirt.

Mit Beginn des Krieges reduzierte sich die Aktivität des Vereins auf einige wenige Veranstaltungen. Um das Musikgeschehen nicht voll zum Erliegen kommen zu lassen, stellte Joseph Papa eine Betriebskapelle der Firma Wehrle auf und improvisierte mit den jeweils greifbaren Musikern, so gut es ging, das Musikgeschehen.

Der 1938 eingesetzte Erich Schätzle war 1940 gefallen, seine Stelle blieb vakant. Im Frühjahr 1946 bemühte sich Bürgermeister Merkle um des Wiederaufbau des Musikvereins. Joseph Papa übernahm den Dirigentenstab, ein neuer Vorstand wurde vorerst nicht gewählt.

Am Weißen Sonntag 1946 findet der erste Auftritt nach dem Kriege statt, insgesamt mit 14 Musikern. Ein Jahr später beruft Bürgermeister Merkle eine Versammlung ein, dabei wird als neuer Vorstand Franz Fehrenbach, Sohn des früheren Vorstandes, gewählt. Zweiter Vorsitzender wird Hermann Kaltenbach, Schriftführer Franz Bruker, Kassier Johann Schwer, Dirigent bleibt Joseph Papa.

Bei der Vorstandschaft 1948 steht Franz Fehrenbach nicht mehr zur Verfügung. Seine Stelle übernimmt für ein Jahr Hermann Kaltenbach. Zweiter Vorstand wird Oskar Scherzinger.

1948 wurde wieder ein Weihnachtskonzert gegeben. Kurz danach, am 16.01.1949 erfolgt ein Konzert zugunsten der neuen Kirchenglocken. Im selben Jahr übernimmt Karl Ritter den ersten Vorstand und Hermann Kaltenbach wird zweiter Vorstand. Neuer Schriftführer wird Johann Papa. Auch die Kurkonzerte werden in diesem Jahr wieder aufgenommen. Der Schwerpunkt der Einsätze des Musikvereins lag nun wieder mehr auf dem kirchlichen, vereinsmäßigen und familiären Sektor. Die Arbeiten des Dirigenten Joseph Papa werden bei der Generalversammlung 1950 besonders lobend hervorgehoben. Erstmals werden seine Kompositionen „Klänge der Heimat“ und „Auf Schwarzwaldhöhen“ vorgetragen.

1951 übernimmt Hermann Kaltenbach erneut die Vereinsführung. Johann Papa, Schwarzwaldmaler, übergibt August Dold den Posten des Schriftführers. In dieser Zeit des Wiederaufbaues kämpft der Verein sehr um seine Anerkennung.

Am 24.09.1951 nimmt die Blaskapelle Schönwald an der feierlichen Glockenweihe teil. Mit der zunehmend besseren Leistung steigt auch das Interesse der Bevölkerung am Musikgeschehen wieder an. Dies schlägt sich in einem Zustrom von Jungmusikern nieder, so dass die Blasmusik inzwischen 30 Mann zählt. Eine zur Anschaffung neuer Instrumente durchgeführte Haussammlung erbrachte knapp 800,00 DM.

Bei der Generalversammlung am 27.03.1954 wurde beschlossen, ein Totengedenkenalbum anzulegen. Das Album wird bis heute von Joseph Papa geführt. Hier werden die verstorbenen Vorstände, Dirigenten und Aktive für die Nachwelt im Bild festgehalten.  

Nach siebenjähriger Tätigkeit gibt 1958 der erste Vorstand Hermann Kaltenbach sein Amt auf. Das Gemeinderatsmitglied Karl Dold wird zum ersten Vorstand gewählt. Er sollte den Vorsitz bis zum Jahre 1970 inne haben.

Am 06.04. 1959 wird die Blaskapelle in das Vereinsregister beim Amtsgericht Triberg eingetragen und führt von nun an den Namen Musikverein Schönwald e.V..

Um dem stets vorhandenen Bedürfnis nach neuen Instrumenten zu genügen, wurde erstmals 1960 eine Altmaterialsammlung durchgeführt. Die Aktion erbrachte den stolzen Betrag von 3000,00 DM. Darauf hin beschloß man, solche Sammlungen zu wiederholen und bis zum heutigen Tag sammelt der Musikverein etliche Male Altglas und hilft somit, die Umwelt zu entlasten, Rohstoffe einzusparen und seine Kasse zu stärken.

1964 wurde Joseph Papa für mehr als 40 Jahre Aktivität im Musikverein geehrt. Er erhielt vom Präsidenten des Blasmusikverbandes Schwarwald-Baar die goldene Verbandsnadel überreicht.

In das Jahr 1964 fallen die ersten Kontakte zu unserer Partnergemeinde Bourg – Achard in der Normandie. Der Musikverein Schönwald hat an der Pflege dieser Verbindung wesentlichen Anteil, war er doch zweimal in Bourg – Achard zu Besuch. Entsprechend kamen die Musiker aus der Normandie in großer Besetzung zweimal nach hier.

Mit Ablauf des Jahres 1968 legte der langjährige Dirigent Joseph Papa nach 28-jähriger aufopferungsvoller und von Idealen getragener Tätigkeit die Stabführung nieder. Für seine großen Verdienste um die Kapelle und sein von viel Idealismus getragenem Bemühen um den Nachwuchs, wurde er, unter dem großen Beifall der Musiker und Besucher, zum Ehrendirigenten ernannt. In seiner langen erfolgreichen Arbeit hat er über 100 Jungmusiker ausgebildet und ist heute noch auf diesem Sektor tätig.

Karl Dold gab den ersten Vorsitz 1970 an Anton Fehrenbach (Buchs) für ein Jahr ab. Dann übernahm der damalige Bürgermeister Emil Rimmele den Vorsitz des Vereins, den er bis heute inne hat. Karl Dold blieb zweiter Vorsitzender. Um diese Zeit brachten vermehrte Auftritte und Aktivitäten den Verein in ernsthafte Schwierigkeiten. Emil Rimmele konnte die Krise meistern. Ein Neuaufbau des Musikvereins wurde beschlossen und dabei verfügt, dass die Jungmusiker in die Kapelle voll integriert werden. Zu Ostern 1972 wurden sie übernommen und eingekleidet. Der Dirigent Emil Lienert verließ kurz darauf den Verein. Als sein Nachfolger in der Stabführung konnte Heinz Hoffmann gewonnen werden. Nach den vergangenen Spannungen gelang es ihm, die Mannschaft wieder zu einen. Der Leistungsstand war gut und Hoffmann war stets bestrebt, ihn weiter zu verbessern. Auch öffnete er sich mehr der modernen Musik und gewann somit die Jugend für sich, ohne jedoch das Althergebrachte zu vernachlässigen, was ihm die Sympathien der älteren Musiker bewahrte. Beim Weihnachtskonzert 1972 bestand der neue Dirigent die Feuerprobe.

Im selben Jahr wurde der Ehrendirigent Joseph Papa für 50 Jahre Aktivität im Musikverein hoch geehrt. Der Verbandspräsident überreichte ihm die goldene Ehrennadel und als spzeielle Ehrung wurde er zum Ehrenmitglied des Blasmusikverbandes Schwarzwald-Baar ernannt.

Am 26.05.1973 verlieh der Landrat Dr. Astfäller dem Verein die Plakette Pro Musika, eine Auszeichnung, die nur Vereine bekommen, die auf eine mehr als 100-jährige Tätigkeit zurückblicken können.

Die damals beschlossene Übernahme der Jungmusiker in die Kapelle löste einen Zustrom junger Interessenten aus, der bis heute anhält, so dass der Verein keine Nachwuchssorgen mehr hat. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die aktive Mithilfe der hiesigen Schulleitung.

Am 16.09.1977 überreichte Landrat Dr. Gutknecht unserem hochverdienten Ehrendirigenten Joseph Papa das Bundesverdienstkreuz. Zwei Jahre später, am 13.02.1979 bekommt der Ehrenbürger und damalige 2. Vorstand, Karl Dold, vom Landrat Dr. Gutknecht das Bundesverdienstkreuz am Band sowie vom Blasmusikverband Schwarzwald-Baar die silberne Ehrennadel verliehen.

1979 beschlossen die Gemeinden Triberg-Schonach-Nußbach-Gremmelsbach und Schönwald, alljährlich ein Raumschaftskonzert mit rollierendem Austragungsort zu veranstalten. Es soll der Pflege der menschlichen Beziehung und der Vertiefung der Kontakte unter den Musikern der Raumschaft dienen.

Etwas unerwartet erklärte der langjährige Dirigent Heinz Hoffmann bei der Hauptversammlung 1981 seinen Rücktritt. Der erst 18-jährige Gerhard Feiertag, bisher Vizedirigent, muss in die Bresche springen und schafft es, die Vorstandschaft von seinem Können zu überzeugen, so dass ihm die Stabführung zum Jahresende übertragen wird. Einen Dirigentenlehrgang in Trossingen absolviert er mit dem Zertifikat C 2 sowie C3.  

Am 25.08.1981 verleiht Landrat Dr. Gutknecht dem ersten Vorsitzenden des Musikvereins und Altbürgermeister Emil Rimmele das Bundesverdienstkreuz, in Anerkennung seiner Verdienste für Gemeinde und Vereinswesen.

Der unermüdliche Ehrendirigent Joseph Papa wurde anlässlich des Weihnachtskonzertes 1983 für 60 Jahre Aktivität im Musikverein vom Präsidenten Ewald Merkle mit der großen goldenen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet. Ferner erhielt er die höchste Auszeichnung in Form der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.

Im Sommer 1984 erfolgte der Besuch der Stadtmusikkapelle Innsbruck-Hötting. Die Musiker dieser Kapelle suchten im Schwarzwald einen Musikverein, mit dem sie freundschaftliche Kontakte anknüpfen wollten.

Der 3-tägige Aufenthalt der etwa 60 Musiker in ihren schmucken Tiroler Trachten sowie der Trachten-Tanzgruppe anlässlich unseres Waldfestes war ohne Übertreibung für die „Hötinger“, die Schönwälder Einwohner und nicht zuletzt auch für die vielen Kurgäste ein herzhafter Genuss und für Alle ein voller Erfolg.  

Die spontane Freundschaft mit den Höttinger Musikkameraden wird mit Sicherheit kein Strohfeuer sein. Denn schon in diesem Jahr werden unserer Musiker ihren Jahresausflug nach Innsbruck-Hötting unternehmen. Eine Einladung zum Cäzilienfest wurde von uns sehr gerne angenommen und wir sind überzeugt, dass die Freundschaft mit den Tiroler Musikanten noch vertieft wird.  

 

Schönwald , im Jahr 1985

 

 
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